Aus der Geschichte der Stadt Geseke
| 6. - 14. Jh. | 15. - 18. Jh. | 19. - 21. Jh. . | |||||
6. - 14. Jahrhundert
| 6./7. Jh. | Geseke ist altes Siedlungsgebiet. Bei Ausgrabungsarbeiten wird 1973 ein fränkischer Töpferofen auf dem Stiftsgelände (Innenstadt) entdeckt |
| 833 | Erste schriftliche Erwähnung des Ortes Geseke in einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen. Damit wird zugleich karolingisches Königsgut in Geseke nachgewiesen. |
| 946 | Die Familie der Haholde gründet zu Ehren der Hl. Jungfrau und des Hl. Cyriakus ein freiweltliches Damenstift in Geseke. |
| 952 | König Otto bestätigt die Gründung und nimmt das Damenstift unter seinen Schutz. Die Bezeichnung "civitas" und die Erwähnung einer Befestigung sind Zeichen der Bedeutung des Ortes. |
| 986 | Erneute Bestätigung dieser Gründung durch Otto III. |
| 1011 | Schenkung der umfangreichen Grafschaft der Haholde an Bischof Meinwerk von Paderborn durch Kaiser Heinrich II. Damit wurde auch das Geseker Gebiet den Bischöfen von Paderborn unterstellt. |
| 1014 | Übertragung des Kanonissenstiftes an den Erzbischof von Köln |
|
Um 1150 |
Ältestes Probsteiregister der Abtei Werden an der Ruhr. Unter der Bezeichnung "Gesike" bzw. "Jeseke" werden Besitzungen der Abtei in Geseke ausgewiesen. Die Besitzungen müssen schon vor 1150 bestanden haben, da die Schreiber des Registers aus teilweise erheblich älteren Quellen geschöpft haben. |
| 1180 | Sturz des Sachsenherzogs Heinrich des Löwen durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Der Kölner Erzbischof wurde mit dem neugeschaffenen Herzogtum Westfalen belehnt, zu dem auch die stadtähnliche Siedlung Geseke gehörte. Geseke war der wichtigste östliche Grenzort gegenüber dem Bistum Paderborn. |
| um 1217 | Der Kölner Erzbischof Engelbert I. erhebt Geseke zur Stadt. In einer Urkunde nennt er für Geseke die Begriffe "pretorium" (Rathaus) und "ius civile" (Stadtgericht). Außerdem werden in dieser Urkunde die Marktkirche St. Peter und ein unter Königsbann richtender Freirichter erwähnt. Als Stadtverfassung wird das ursprünglich aus dem Soester Recht entwickelte Rüthener Stadtrecht übernommen. Wegen seiner Grenzfunktion gegenüber Paderborn und den damit verbundenen ständigen Unruhen, Übergriffen und Plünderungen wurde Geseke nach der Stadterhebung zu einer imposanten Festung ausgebaut. Auf den alten Befestigungsanlagen wurde eine 3 km lange Mauer (2,50 bis 3,00 m hoch und 1,20 - 1,50 m breit) mit 6 Toren (Osttor, Steintor, Westtor, Lüdisches Tor, Viehtor, Mühlentor) und 9 großen Türmen errichtet. Nach außen dienten ein 5-6m tiefer Wallgraben und ein Hagen als Schutzvorrichtung. Die Bauern der Feldmark-Dörfer, die den Überfällen und Fehden schutzlos ausgeliefert waren, verließen nach und nach ihre Gehöfte und suchten Schutz hinter der sicheren Stadtmauer von Geseke. Von den neuen Hofstätten in der Stadt wurden nun die Felder außerhalb der Mauern bestellt. Bodenfunde belegen dies in erwähnenswerter Deutlichkeit. Neben der städtischen Selbstverwaltung erwuchsen Sondergemeinden. In Geseke gab es 6 Bauernschaften und 6 selbstständige Hudegenossenschaften. |
| 1286 | Erste Erwähnung eines Gografen in Geseke: Zum Gerichtsbezirk Geseke gehörten die Ortschaften Störmede, Langeneicke, Ermsinghausen, Mönninghausen, Ehringhausen, Bönninghausen, Dedinghausen, Rixbeck und Esbeck. Neben dem Gogericht gab es Bauerschaftsgerichte, Hudegenossenschaftsgerichte, Vogteigerichte, Freistuhlgerichte und ein Stadtgericht. |
| 1289 | Erstes erhaltenes Stadtsiegel: Es zeigt nebeneinander den Bischof von Paderborn und den Bischof von Köln, was eine gemeinsame Herrschaft des Erzbischofs von Köln und des Bischofs von Paderborn über die Stadt Geseke beweist. Die Umschrift auf dem Siegel lautet: Sigillum universum opidanorum Gheseki (= Hauptsiegel der Bürger von Geseke). |
| 1294 | Schiedsspruch zwischen Köln und Paderborn: Die gemeinsame Herrschaft über Geseke durch Köln und Paderborn, die wiederholt Anlass zu Streitigkeiten bot, wurde aufgelöst, indem Geseke endgültig zu Köln, Salzkotten zu Paderborn gehörte. Als Grenze zwischen den Territorien wurde die Ostgrenze der Geseker Feldmark festgelegt. Zur besseren Verteidigung der Stadt wurde ein neue Landwehr mit 10 bis 12 m hohen Warttürmen angelegt. |
| 1299 | Ein Siegel zeigt die Konsequenz des Schiedsspruchs: Als Stadtherr erscheint der Erzbischof von Köln allein im Siegelbild. |
| 1317 | Pfarrteilung in Geseke: Die Stadtkirche und die Stiftskirche erhielten jeweils einen eigenen Pfarrbezirk. |
| 1344 | Bürgermeister, Rat und Bürger von Geseke schlossen mit den Burgmännern und Städten Westfalens ein Bündnis zur Aufrechterhaltung des Landfriedens. |
| 1348 | Pest in Geseke |
| 1350 | Erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes Ehringhausen. |
| 1360 | Einteilung der Stadt in 4 Quartale oder Hoven: Osthove-Westhove-Nordhove-Mittelhove. Die Hoven hatten wichtige Funktionen wahrzunehmen, vor allem bei der Stadtverteidigung und bei der Wahl von Bürgermeister und Rat, die alljährlich am Sonntag vor Martini stattfand. Dabei wählten die Hoven aus ihren Reihen 12 Stadträte, die sodann aus ihrer Mitte des Bürgermeister und zwei Beisitzer bestimmten. Bei wichtigen Anlässen wurden zusätzlich aus jeder Hove 10 Vertrauensmänner hinzugezogen, die sog. "Vierziger". Zu dieser Zeit zählte Geseke 497 Häuser. |
| 1374 | Stiftung des Hospitals zum Heiligen Geist: Die Stiftungsurkunde enthält keine eindeutige Angabe über den Stifter des Spitals. Wahrscheinlich war es die Bruderschaft zum Heiligen Geist. Noch heute ist die Rechtsform dieses Krankenhauses eine Stiftung des privaten Rechts. Ein besonderer Abschnitt dieses Hauses begann am 05.12.1849, als das Hospital an die "Barmherzigen Schwestern des Hl. Vinzenz von Paul" übergeben wurde. Diese Verbundenheit des Hauses mit dem Schwesternorden dauerte über 135 Jahre. |
| 1380 | Erster quellenmäßiger Hinweis auf eine Mitgliedschaft Gesekes in der 1356 gegründeten Städtehanse. |
|
|
|