| In der Regel zielte in den vergangenen Jahrzehnten das Bestreben nach innerstädtischer Sanierung von Gebäuden und Straßenzügen auf die Beseitigung von erhaltenswerter Bausubstanz. Gleichzeitig hat sich die Aufgabenstellung des Vereins für Heimatkunde in diesem Bereich gewandelt: Waren es früher beispielsweise Hausinschriften oder Inschriftenbalken, die es zu registrieren oder zu sammeln galt, so setzte sich der Verein in den 50er Jahren beginnend mit Erfolg für den Erhalt von Gebäuden ein. Nicht ohne Widerspruch in der Bevölkerung ist seinerzeit auf Betreiben des Vereins das Dickmann-Haus von der Stadt Geseke käuflich erworben worden und beherbergt heute das über die Stadtgrenzen bekannte Hellweg-Museum. |
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![]() Kalkofenstümpfe |
Die bauliche und wirtschaftliche Entwicklung von Geseke ist in ganz erheblichem Maße vom Kalksteinabbau und seiner weiteren Verarbeitung der Steine zu Kalk und Zement mitbestimmt. In zahlreichen älteren Bauwerken in Geseke ist der heimische Kalkstein als Baustein zu sehen, die ehemalige Stadtbefestigung war aus Kalkstein errichtet. Aus der Frühzeit der Kalkherstellung sind als letztes Denkmal der damaligen Wirtschafts- und Arbeitswelt die Kalkofenstümpfe an der Bürener Straße erhalten. Da sie der weiteren Gewinnung von Kalkstein im Wege standen und die Besitzerin kein Interesse am Erhalt des Bauwerks hatte, sollte das Industriedenkmal gesprengt werden. 1987 konnte durch einen gerichtlichen Vergleich der Erhalt gesichert werden. 1994 wurde nach dem Einverständnis der Besitzerin mit der Restaurierung begonnen. Der Verein erreichte schließlich, dass die Restaurierungsmaßnahme aus Mitteln des Landesdenkmalamtes für Industriedenkmale gefördert wurde. Eine gezielte Aufnahme der Bausubstanz ergab, dass der jahrzehntelange Bewuchs mit Gras und Gestrüpp der Bausubstanz arg zugesetzt hatte. |
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| Aus finanz- und bautechnischen Gründen musste die Maßnahme unter der Federführung des Vereins über mehrere Jahre gestreckt werden. Die Mauerabdeckung wurde schließlich mit einer Zinkabdeckung versehen. | |||
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Die mittelalterlichen Befestigungsanlagen der Stadt bestanden u.a. aus einer Mauer mit sechs Toren und 13 Festungstürmen. Um 1820 wurden Mauer und Festungstürme auf Anordnung der preußischen Behörden abgetragen. Die Steine sind heute noch in Bruchsteinmauern innerhalb der Stadt wiederzufinden. Bei Ausschachtungsarbeiten wurden Fundamente des sog. Padbergturmes freigelegt. Größere Mauerreste sind vom sog. Hexenturm (oder auch Pulverturm) östlich des Schulzentrums Mitte erhalten. Ein Baum, der in den Auffüllungen innerhalb des Turmes im Laufe der Jahre ein weit verzweigtes Wurzelwerk entwickelt hatte, drohte die noch erhaltene Bausubstanz zu zerstören. In mühsamer Kleinarbeit konnten der Baum sowie das Erdreich aus dem Turm beseitigt werden. Die Schießscharten wurden freigelegt und das Mauerwerk neu verfugt. Die Mauer, die früher den Abschluss zum Wall hin bildete, wurde abgetragen, da sie später angefügt worden war und damit nicht zur ursprünglichen Stadtbefestigung gehörte. Eine ca. drei Kilometer lange baumbestandene Promenade auf dem weitgehend erhaltenen Wall rund um die Stadt lädt zum erholsamen Spaziergang ein |
![]() Restaurierte Reste des Hexenturms |
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| Beispiel einer gelungenen Restaurierung ist die etwa 200-jährige Remise, die mit finanzieller Unterstützung des Denkmalamtes und der Stadt Geseke, aber auch mit dem Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Helfer des Vereins für Heimatkunde 1987/88 vorbildlich restauriert worden ist. |
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Die Gefache mussten größtenteils entfernt werden, damit das Ständerwerk neu ausgerichtet werden konnten. Nach der Sanierung des Sockels wurden die Gefache neu eingesetzt. | |
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Franz Horstmann bei der fachmännischen Ausführung der Maurerarbeiten |
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